Arbeitsschutzmanagementsysteme – ein Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von KMU
Ernst-Friedrich Pernack, Leiter des Referates "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Produktsicherheit" im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg
In der modernen Arbeitswelt stellen Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten weit mehr als ethisch-moralische Verpflichtungen dar. Ein auf Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren ausgerichteter betrieblicher Arbeitsschutz ist heute ein anerkannter Wettbewerbsfaktor. Leider hat sich diese Erkenntnis noch nicht überall und insbesondere häufig noch nicht in KMU durchgesetzt. Deshalb unterstützt das MASGF Unternehmen beim Aufbau von Arbeitsschutzmanagementsystemen (AMS). Sie sollen dazu beitragen, den Arbeitsschutz in die betrieblichen Abläufe zu integrieren und damit die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit zu gewährleisten und zu verbessern. Ziel ist dabei, alle betrieblichen Ebenen vom Management bis zur Mitarbeiterebene zu motivieren, sich aktiv an einer systematischen Durchführung des Arbeitsschutzes zu beteiligen.
In einem funktionierenden AMS gehört bei allen Beschäftigten die Erfüllung der konkreten Arbeitsschutzforderungen im Rahmen der Erledigung der täglichen fachlichen Arbeitsaufgaben mit dazu. Sicherheit und Gesundheitsschutz werden so in alle Abläufe der betrieblichen Organisation integriert, sind Gegenstand der Führungsarbeit wie der Mitbestimmung und Beteiligung der Beschäftigten. Damit wird die Arbeit der fachlichen Experten Sicherheitsfachkraft und des Betriebsarztes unterstützt. Das „Arbeitsschutzbewusstsein“ im gesamten Unternehmen wird durch AMS positiv entwickelt, die Motivation der Beschäftigten erhöht. Diese Aussagen werden durch Erfahrungsberichte der im Förderprojekt „Qualifizierung Arbeitsschutzmanagementsysteme für KMU“ beteiligten Unternehmer eindrucksvoll untersetzt.
Diese positive Resonanz ist erfreulich, zeigt sie doch, dass eine Vielzahl der KMU die Wichtigkeit des Arbeitsschutzes und seiner Einbindung in das betriebliche Management erkannt hat.
Arbeitsschutzmanagementsysteme sollen
- den betrieblichen Arbeitsschutz verbessern,
- Prävention als vorrangiges Ziel im Unternehmen festschreiben,
- die Einbindung aller Beteiligten im Unternehmen fördern,
- die Motivation erhöhen und
- für alle Beteiligten die Transparenz der Struktur und Abläufe verbessern.
Diese Erfolgsfaktoren entscheiden unabhängig vom zugrunde liegenden Konzept oder Modell und unabhängig von der Anwendung einer Norm über Erfolg oder Misserfolg bei der Implementierung und Anwendung eines AMS.
Für den Aufbau und die Weiterentwicklung von Arbeitsschutzmanagementsystemen und ihre Anwendung werden spezifische Leitfäden entwickelt. Die Einführung eines AMS ist bisher freiwillig und es besteht kein Zwang zur Zertifizierung. Ein gewichtiges Argument für AMS ist die Tatsache, dass die bloße Erfüllung von Vorschriften in der Regel nicht ausreichend ist für einen erfolgreichen Arbeitsschutz. Erst ein systematisiertes und formalisiertes Führungssystem ist ein wirksames Instrument zur Verbesserung des Arbeitsschutzes.
Nachfolgend finden Sie Erfahrungsberichte von Unternehmen, die ein Arbeitsschutzmanagemensystem (AMS) eingeführt haben:
Dipl.-Ing. Peter Herger, Geschäftsführer der GUT Unternehmens- und Umweltberatung GmbH, Berlin
Dipl.-Ing. Lutz-D. Elsner, EOQ Quality Auditor, EuroNorm GmbH Neuenhagen
Otto-Rüdiger Schulze Holz- und Baustoffrecycling GmbH & Co. KG Neuendorf (Oberhavel)
BITEK Bergungsdienst GmbH
GASITECH GMBH Walsleben
BLT Bau- und Landtechnik GmbH Herzberg/Elster
Rüdersdorfer Logistik GmbH (RLG)
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