Planmäßige Unternehmensführung von Anfang an
Lackierzentrum R. Krüger GmbH, Rathenow
Ein Senkrechtstart - so könnte man die noch junge Geschichte des Lackierzentrums von René Krüger in Rathenow beschreiben. Im März 2005 gründete der gelernte Maler und Lackierermeister mit seinem Geschäftspartner Diplomkaufmann Thoralf Grothe und drei Mitarbeitern sein Unternehmen. Inzwischen sind hier 13 Arbeitnehmer tätig, darunter zwei Auszubildende. "Wenn man so schnell wächst, dann ist das zwar toll", bestätigt der Unternehmer. "Aber man braucht auch klare Vorstellungen darüber, wohin die Firma sich entwickeln
soll."
Strukturen sind nötig und eine Organisation, die das Wachstum stützt. Dafür holte sich René Krüger externen Sachverstand, den Alfred Severin Kirfel, QM-Berater und Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) einbringt. "Das Bemerkenswerte ist vor allem, dass Herr Krüger als Unternehmer ein Gespür für die kommenden Fragen besitzt", sagt er. "Von Anfang an wollte er möglichst alles richtig machen." Nicht abwarten, bis Probleme und Konflikte nach Lösungen drängen, zum Beispiel in Gestalt eines Qualitätsmanagementsystems.
Wertvolle Fördermöglichkeiten
Berater Kirfel unterstützte, empfahl aber zugleich, nach Fördermöglichkeiten für den Aufbau eines QM-Systems und die Vorbereitung auf die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000 Ausschau zu halten. In einer so frühen Phase hätte das Unternehmen trotz seiner Erfolge am Markt den Aufwand allein nicht tragen können. Damit aber wäre auch die Chance vertan worden, das rasche Wachstum zu einer tragfähigen Basis für die Zukunft zu machen. Möglichst alles richtig machen - auch in diesem Fall hat es offenbar funktioniert. Durch den Kontakt zum RKW Brandenburg ergab sich die Möglichkeit, am Förderprojekt des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie zur Kompetenzentwicklung teilzunehmen. Sein Inhalt passte ideal und die finanzielle Belastung durch den Eigenbeitrag ist zu verkraften.
Zertifikat wird verlangt
Wenn auch Unternehmer Krüger von "innen" vom Sinn des QM-Systems überzeugt ist - der Druck von "außen" spielt ebenfalls eine Rolle. Ab 2007 verlangt Daimler-Chrysler das Zertifikat von seinen Partnern. Auch Audi, VW, Skoda und BMW gehen in diese Richtung. "Trotzdem muss man immer mit dem Blick auf die Rentabilität an den Aufbau eines QM-Systems und seine Zertifizierung gehen", unterstreicht Alfred Kirfel. "Auch im Lackierzentrum Krüger stand deshalb am Anfang eine betriebswirtschaftliche Rentabilitätsanalyse, wir haben das System strikt betriebswirtschaftlich ausgerichtet. Schließlich muss es sich für das Unternehmen rechnen."
Kundenstruktur, Kundenzufriedenheit und die Auslastung der Anlagen – Krüger hat in eine hochmoderne Lackieranlage investiert – wurden intensiv mit den Mitarbeitern besprochen. Ein Zeiterfassungssystem wurde eingeführt, was gegen den Willen aller nicht funktioniert hätte. "Mein Berater hat mich dabei sehr unterstützt, es begründet und erläutert", sagt René Krüger. "Es ist ja eine ungewohnte Kontrolle, die ausgeübt wird. Aber ich denke, die Mitarbeiter verstehen, dass es zum Nutzen der Firma ist. Nur wenn wir wissen, wie produktiv wir arbeiten, können wir die Arbeitsplätze auf Dauer sichern."
Es arbeiten überwiegend junge Mitarbeiter im Lackierzentrum. Viele hat René Krüger in seinem früheren Unternehmen selbst ausgebildet. Er kennt ihre Qualitäten und besitzt Autorität. Die aber, das weiß er, muss sich auch ein Unternehmer ständig neu erarbeiten. "Ich habe am Lehrgang 'Interner Auditor' teilgenommen, damit ich mitreden kann", sagt er. "Danach habe ich überhaupt erst gewusst, worüber wir beim Qualitätsmanagement sprechen."
Eigenverantwortung gestärkt
Und kann das nun seinen Leuten mit den eigenen Worten erklären. Vorarbeiter Tino Burrasch zum Beispiel hat als Lackierer Verantwortung für die Endkontrolle, das "Finish" der Fahrzeuge. Was er von den neuen Maßnahmen hält? "Die Qualität wird besser. Wir sind schon gut, aber Fehler können immer vorkommen. Wir haben klare Abläufe, um so etwas möglichst zu vermeiden. Und eine ordentliche Nacharbeit, um auf jeden Fall Qualität an unsere Kunden auszuliefern." In den Schulungen hat Berater Kirfel für dieses Verständnis geworben. Gemeinsam sind die Prozessbeschreibungen und Verfahrensanweisungen entstanden, das Handbuch wird auf rund 70 Seiten die wichtigsten Dinge regeln.
Wird Gerlinde Schütze QMB?
"Lieber weniger, aber prägnant und wirksam", so lautet die Devise des Beraters, der in Norddeutschland viele Lackierzentren kennt. Und auch mit den Eigenheiten der Unternehmer umgehen kann. Geschäftsführer René Krüger hat auch eine – er möchte die Funktion des Qualitätsmanagementbeauftragten nicht gern aus der Hand geben. Seine Stellvertreterin Gerlinde Schütze – "meine rechte Hand" wie er sagt – würde dies auch übernehmen. Sie stimmt ohnehin mit Kunden und Vorarbeitern die Termine und Aufträge ab, organisiert die Buchhaltung und sorgt jetzt auch für die ordnungsgemäße Arbeit mit den Dokumenten und Nachweisen. René Krüger wird sich die Übergabe der Verantwortung überlegen. Er möchte eben alles richtig machen...
DAS UNTERNEHMEN
Gegründet 2005, 13 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende. Es werden Lackierarbeiten vorrangig an Fahrzeugen und Bootskörpern ausgeführt, allerdings auch mal Möbel oder ähnliches auf Kundenwunsch bearbeitet. Zu den Kunden gehören Autohäuser und andere Betreiber von Fahrzeugflotten, rund 50 Prozent sind Privatkunden. Einen Schwerpunkt bilden Reparaturen von Unfallschäden. Die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000 ist für das Jahresende
2006 geplant.
Lackierzentrum R. Krüger GmbH
Grünauer Fenn 22
14712 Rathenow
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